Veranstaltung: „GEAS. Praktische Folgen eines unmenschlichen Systems“

Einladung zum Fachvortrag und zur Diskussion am 03. Juni 2026

Am Mittwoch, dem 3. Juni 2026 um 18:00 Uhr lädt Refugium e.V. in Kooperation mit Clara Bünger MdB (Referentin) und Jorrit Bosch MdB (Moderation) zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung zum neuen Gemeinsamen Europäischen Asylsystem (GEAS) ein. Unter dem Titel „GEAS. Praktische Folgen eines unmenschlichen Systems“ werden die bevorstehenden Änderungen im europäischen Asylrecht sowie deren konkrete Auswirkungen auf Geflüchtete, Beratungsstellen und Unterstützungsstrukturen beleuchtet. Für die Diskussion sind zusätzlich Atakan Koçtürk (SPD) und ein Vertreter der Seenotrettung (angefragt) eingeladen.

Das reformierte GEAS tritt europaweit ab Juni 2026 in Kraft. In Deutschland wurden hierfür bereits umfangreiche Gesetzesänderungen beschlossen, unter anderem Änderungen des Asylgesetzes, des Aufenthaltsgesetzes sowie des Asylbewerberleistungsgesetzes. Kernpunkte der Reform sind verpflichtende Grenzverfahren an den EU-Außengrenzen, verschärfte Registrierungs- und Kontrollmechanismen, schnellere Abschiebungsverfahren sowie eine weitere Einschränkung von Schutzrechten.

Künftig sollen viele Asylsuchende bereits an den europäischen Außengrenzen in haftähnlichen Verfahren festgehalten werden. Betroffen sind insbesondere Menschen aus Staaten mit niedriger Schutzquote sowie Personen, denen eine Einreise über sogenannte „sichere Drittstaaten“ vorgeworfen wird. Gleichzeitig werden Datenerfassung, EURODACAbgleiche und die europaweite Kontrolle weiter ausgebaut.

Die Veranstaltung richtet sich an Haupt- und Ehrenamtliche aus der Flüchtlingsarbeit, Beratungsstellen, Initiativen, Sozialarbeit, Zivilgesellschaft sowie interessierte Bürger:innen. Im Mittelpunkt stehen dabei die praktischen Fragen:

  • Was genau ändert sich ab Juni 2026? Welche Menschen werden besonders betroffen sein?
  • Welche Folgen ergeben sich für Beratung und Begleitung?
  • Wie verändern sich Zugang zu Verfahren, Unterbringung und soziale Rechte?
  • Welche Handlungsmöglichkeiten bleiben für Unterstützungsstrukturen und Zivilgesellschaft?

Die Reform wird von vielen Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisationen massiv kritisiert. Sie warnen vor einer weiteren Entrechtung Schutzsuchender, der Ausweitung von Lager- und Grenzverfahren sowie einer zunehmenden Abschottung Europas. Gleichzeitig stehen Beratungsstellen und Unterstützungsnetzwerke vor neuen rechtlichen und praktischen Herausforderungen.

Die Veranstaltung möchte einen verständlichen Überblick über die neue Rechtslage geben, Erfahrungen aus der Praxis zusammenbringen und Raum für Austausch, Fragen und Diskussion bieten.

🗓️ Termin: Dienstag, 3. Juni 2026, 🕒 18:00 Uhr
📍 Ort: Refugium e.V./SQUAT, Steinweg 5 Hinterhof, 38100 Braunschweig

Der Eintritt ist frei.

 

Antje Kämpfe, Refugium e.V.

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